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So war und ist das:

Berlin als Industriestadt

Bereits mit der Industriellen Revolution in den 1830er/40er-Jahren wandelt sich Berlin von einer Residenz- und Verwaltungsstadt zu einer Industriemetropole, nicht zuletzt durch das schnell ausgebaute Schienennetz: von 185 km im Jahre 1840 wuchs es auf 1.424 km bis 1847.

Dies motivierte schon früh die Ansiedlung und Gründung großer Unternehmen der Schwerindustrie und der Elektrotechnik mit Namen, die wir heute noch kennen: u.a. Borsig, Halske, Siemens und AEG. Aber auch in anderen Sektoren wurde Berlin schnell führend, z.B. in der chemischen Industrie mit Firmen wie Schering oder Agfa.

Auf diese Weise entwickelte sich Berlin zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum größten Industriezentrum Deutschlands; ein Aufschwung, der sich auch in der Zahl der Arbeitsplätze widerspiegelte: 1936 zählte die Stadt 574.000 Beschäftigte im Produzierenden Gewerbe – in absoluten Zahlen somit mehr als in ganz Württemberg, Baden oder Thüringen.

Der zweite Weltkrieg machte diesem Fortschritt ein abruptes Ende: Lediglich 25% der maschinellen Kapazitäten waren noch einsetzbar. Dies führte zu erheblichen Verlagerungen der Produktion nach Westdeutschland, nicht selten begleitet von einem Wechsel des Unternehmenssitzes, wie beispielsweise im Falle von Siemens nach München. Ein weiteres Beispiel ist die in unserer unmittelbaren Nachbarschaft beheimatete Knorr-Bremse AG, die ihren Hauptsitz 1946 ebenfalls nach München verlegte. Durch solche Ereignisse sank die Zahl der Arbeitsplätze im Jahr 1950 auf nur noch 150.000 Industriebeschäftigte. Erst mittels erheblicher Subventionen konnte dieser Trend umgekehrt werden: 1961 lag diese Zahl wieder bei 315.000. Der Mauerbau machte diesem Fortschritt leider ein jähes Ende – und das trotz weiterhin gestiegener Subventionsmaßnahmen.

Mit dem Mauerfall 1989 setzte ein rapider Strukturwandel in der Berliner Wirtschaft ein, was einen ebenso rasanten Abbau von Industriearbeitsplätzen zur Folge hatte: Von 378.000 (1989 in West- und Ost-Berlin) auf nur noch knapp 100.000 im Jahre 2007. Seither erlebt die Berliner Industrie jedoch eine regelrechte Renaissance mit der Gründung und Ansiedlung neuer Unternehmen auch jenseits der allseits bekannten Beispiele aus der Software- und Medienbranche. Die Berlin.Industrial.Group. ist ein lebender Beweis dafür, indem sie nicht nur neue und zusätzliche Arbeitsplätze schafft, sondern auch überproportional zum Wachstum der Region wie des Stadtbezirks beiträgt. Und das nicht zuletzt, weil sie von hier aus international expandiert, in die USA ebenso wie nach China. Letztlich unterstützt die B.I.G. damit das, was mit hoher Priorität auch als politisches Ziel verfolgt wird: die Re-Industrialisierung Berlins.

(Quelle: Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe)